Valar morghulis: Was die Worte aus Game of Thrones wirklich bedeuten
Arya Stark flüstert die zwei Worte einem sterbenden Torwächter ins Ohr, kurz bevor sie Harrenhal verlässt. Einige Szenen später antwortet ihr eine junge Sklavin aus Astapor mit demselben Satz, als Daenerys Targaryen sie vor der Gefahr warnt. Der Ausdruck wirkt wie ein Schwur, fast wie ein Gebet, und genau deshalb fragen viele Zuschauerinnen und Zuschauer nach seiner Bedeutung. Valar morghulis ist kein erfundenes Fantasy-Kürzel, sondern ein bewusst konstruierter Satz in der fiktiven Hochvalyrischen Sprache, der innerhalb der Serie eine eigene Rolle spielt. Wer die Bedeutung kennt, sieht viele Szenen mit Arya, Jaqen H’ghar und Daenerys mit anderen Augen.
Dieser Artikel erklärt die wörtliche Übersetzung, den kulturellen Hintergrund in der Welt von Westeros und Essos, die Schlüsselmomente in der Serie und die logische Antwort, die in der Stadt Braavos traditionell darauf folgt. Dazu gibt es Tabellen mit den wichtigsten Szenen, eine Übersicht der beteiligten Figuren und ein FAQ mit den Fragen, die in Foren und Suchanfragen rund um Game of Thrones am häufigsten auftauchen.
Bedeutung und wörtliche Übersetzung
Valar morghulis ist Hochvalyrisch und wird in der Serie selbst mit „all men must die” übersetzt, also „alle Menschen müssen sterben”. Die Formulierung steht in der Welt von Westeros nicht für ein Schicksalsdeutungs-Konzept, sondern für eine nüchterne Grundeinsicht: Jeder Mensch ist sterblich, unabhängig von Titel, Herkunft oder Macht. In den Büchern von George R. R. Martin und in der HBO-Serie wird die Redewendung als feststehender Ausspruch behandelt, der in Essos, vor allem in den freien Städten, zum alltäglichen Sprachgebrauch gehört.
Die Grammatik wirkt auf den ersten Blick einfach, ist aber im Hochvalyrischen bewusst aufgebaut:
- „Valar” ist ein verallgemeinerndes Wort, das „alle” oder „alles” bedeutet und sich auf Personen und Gemeinschaften beziehen kann.
- „Morghulis” ist die dritte Person Singular Präsens eines Verbs, das „sterben” ausdrückt. Es entspricht im Deutschen etwa „muss sterben” oder „ist dem Tod geweiht”.
- Zusammen ergibt sich ein Satz im Stil von „Alle müssen sterben” – ohne Drohung, aber mit deutlicher Endgültigkeit.
Wer sich näher mit der hochvalyrischen Grammatik beschäftigen möchte, findet im offiziellen Wiki-Eintrag der Reihe eine detaillierte Übersicht zu den Verbformen und zur Herkunft des Ausdrucks. Für die meisten Serienzuschauerinnen und -zuschauer reicht jedoch die Übersetzung, denn in den Dialogen wird der Sinn in der Regel sofort mitgeliefert.
Kultureller Hintergrund: Hochvalyrisch und die Tradition in Essos
Die Hochvalyrische Sprache geht in der Welt von Westeros auf das untergegangene Valyrische Freie Reich zurück, das einst große Teile des östlichen Kontinents beherrschte. Nach dem Untergang dieses Reichs blieben Hochvalyrisch und seine Schwesterform Nieder-valyrisch vor allem in den freien Städten, in Slaver’s Bay und in Braavos als Gelehrtensprache, Handelssprache und Ritualformel lebendig. Valar morghulis gehört zu den Sprüchen, die aus dieser Tradition bis in die Alltagskultur hinein überlebt haben.
Innerhalb der Serie taucht der Satz an mehreren Stellen auf, die sein kulturelles Gewicht verdeutlichen:
- Jaqen H’ghar nennt ihn gegenüber Arya ausdrücklich eine in Essos übliche Redewendung.
- Oberyn Martell bezeichnet ihn als alten valyrischen Spruch, der die schlichte Tatsache der menschlichen Sterblichkeit benennt.
- Missandei verwendet ihn als knappe, fast höfliche Antwort auf Daenerys’ Warnung vor einer gefährlichen Reise.
Der Satz hat also zwei Funktionen: Er ist eine Art kultivierter Kommentar über die Endlichkeit des Lebens, und er dient innerhalb bestimmter Gruppierungen – vor allem der Faceless Men in Braavos – als Erkennungszeichen. Die Faceless Men, eine religiöse Bruderschaft von Assassinen, die dem Vielgesichtigen Gott dient, hat den Spruch mit einer eigenen Zählpraxis verknüpft, die in den Büchern und in der Serie eine wichtige Rolle spielt.
Valar dohaeris: Die logische Antwort aus Braavos
Auf Valar morghulis folgt in Braavos üblicherweise die Antwort Valar dohaeris. Die beiden Sätze gehören zusammen wie Frage und Antwort, Gruß und Gegengruß, und sind in der Stadt am Kanal tief verankert. Valar dohaeris wird mit „all men must serve” übersetzt, also „alle Menschen müssen dienen”.
Die Kombination der beiden Sätze erinnert an religiöse oder philosophische Paare: Auf die Aussage über die allgemeine Sterblichkeit folgt die Aussage über die allgemeine Dienstbarkeit. In der Welt der Serie bedeutet das, dass jeder Mensch sowohl sterben wird als auch eine Aufgabe, eine Rolle, eine Pflicht gegenüber anderen hat. Die Bruderschaft der Faceless Men hat diese Kombination als Aufnahmeritual und als Passwort verwendet.
Wer beide Sätze in ihrer wörtlichen Bedeutung versteht, erkennt auch, warum Daenerys auf Missandeis knappe Antwort nicht ausweicht, sondern sie als mündig akzeptiert. Die Aussage „alle müssen sterben” ist in diesem Kontext kein Todesurteil, sondern ein gemeinsamer Nenner.
Schlüsselmoment mit Jaqen H’ghar in Harrenhal
Eine der wichtigsten Szenen für die Figur Arya spielt in Harrenhal. Dort lernt sie Jaqen H’ghar kennen, einen Gefangenen, der sich später als einer der Faceless Men entpuppt. Als er sich von Arya trennt, lehrt er sie die Worte Valar morghulis und überreicht ihr eine kleine Eisenmünze. Seiner Anweisung nach soll sie die Münze jedem Mann aus Braavos zeigen und die Worte sprechen, falls sie ihn je wiederfinden will.
Für Arya bedeutet der Satz zunächst nicht mehr als ein geheimnisvoller Schlüssel zu einer unbekannten Bruderschaft. Erst im Verlauf ihrer Ausbildung in Braavos beginnt sie zu verstehen, was die Worte umfassen. In den Büchern und in der Serie entwickelt sich daraus ein stilles Ritual: Arya zählt jeden Abend im Stillen die Namen der Menschen auf, die sie hasst, und schließt diese Übung mit den Worten Valar morghulis ab. Der Satz wird so zu einer Art persönlichem Gebet und zu einer Art innerer Buchführung zugleich.
Direkt vor der Flucht aus Harrenhal geht Arya noch einen Schritt weiter: Sie tötet den Torwächter am Seitentor und flüstert ihm die Worte ins Ohr, während er stirbt. Die Szene verbindet den Satz erstmals mit einem konkreten Tod, den Arya selbst ausführt. Damit verschiebt sich die Bedeutung für sie von „alle müssen sterben” hin zu einer Erinnerung daran, dass sie selbst handeln kann, wenn die Umstände es verlangen.
Valar morghulis in Daenerys’ Handlungsbogen
Nicht nur Arya, auch Daenerys Targaryen begegnet dem Satz in einer prägenden Szene. In Astapor befreit sie die junge Sklavin Missandei, die als Übersetzerin für die Herrscher der Stadt gearbeitet hat. Daenerys bietet ihr an, sie zu verlassen, warnt aber gleichzeitig, dass der Weg mit ihr gefährlich sei. Missandei antwortet schlicht mit Valar morghulis – eine Zustimmung, die gleichzeitig ein eigenständiger Kommentar über die eigene Sterblichkeit ist.
Daenerys erwidert, dass alle Menschen sterben müssen, hoffentlich aber nicht bald. Die Szene illustriert, wie vieldeutig der Satz in der Serie eingesetzt wird. Er kann sein:
- eine kulturelle Floskel, die nicht weiter erklärt werden muss;
- ein stillschweigendes Einverständnis über die gemeinsame Gefahr;
- ein philosophischer Kommentar über das Schicksal von Herrschenden und Dienenden.
In der Interaktion zwischen Daenerys und Missandei hat der Satz zudem eine politische Note: Beide Frauen kommen aus sehr unterschiedlichen sozialen Schichten, und gerade weil sie die hochvalyrische Wendung gleichermaßen verwenden, wirkt die Szene wie ein Brückenschlag zwischen ehemaliger Sklavin und angehender Königin.
Die Eisenmünze der Faceless Men
Die Eisenmünze, die Jaqen Arya übergibt, gehört zu den wiederkehrenden Requisiten in Staffel 5 bis 7. Die Münze ist klein, ohne erkennbare Inschrift, und wirkt unauffällig. Ihr Wert entsteht erst durch das Wissen um den Satz, der dazugehört. Praktisch funktioniert die Münze als eine Art Gutschein auf einen Dienst der Faceless Men: Wer in Braavos einem Mann die Münze zeigt und die Worte spricht, erhält laut den Regeln der Bruderschaft Zugang zu einem der Attentäter.
In der Serie nutzt Arya die Münze erst spät, als sie in einer ausweglosen Situation von einer Gruppe Verfolger bedroht wird. Die Szene führt zu einer dramatischen Wendung, ohne dass die Bruderschaft selbst ihre Methoden vollständig offenlegt. Die Münze selbst bleibt bis zum Schluss ein Symbol für Aryas Vergangenheit als Schülerin der Faceless Men und für ihre Bereitschaft, sich auf gefährliche Bündnisse einzulassen.
Unterschied zwischen Buch und Serie
George R. R. Martin hat die hochvalyrischen Sätze in seinen Romanen bereits früh eingeführt. In der Serie „Game of Thrones” werden sie in leicht unterschiedlichen Kontexten verwendet, behalten aber im Kern dieselbe Bedeutung. Drei Punkte fallen beim Vergleich auf:
- In den Büchern spielt die tägliche Namensliste Aryas („Prayer for the Hated”) eine größere Rolle als in der Serie, wo sie nur angedeutet wird.
- Die Münze und die Rituale der Faceless Men werden in der Serie konkreter visualisiert, etwa durch die Szenen im Haus von Schwarz und Weiß in Braavos.
- Der Spruch bei Oberyn Martell wirkt in der Serie fast beiläufig, in den Büchern ist er Teil einer längeren Auseinandersetzung mit der Frage, wie Mächtige über das eigene Lebensende denken.
Wer beide Versionen kennt, sieht, dass die Serie den Ausspruch nutzt, um Stimmungen und Hierarchien sichtbar zu machen, während die Bücher ihn stärker als philosophischen Kommentar einbetten. In beiden Fällen aber bleibt der Satz ein Mittel, um die Vergänglichkeit von Macht und Leben zu unterstreichen.
Wichtige Szenen im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Auftritte von Valar morghulis in der Serie zusammen. Sie hilft beim erneuten Schauen der Folgen und zeigt, in welchen Staffeln der Satz jeweils fällt.
| Staffel und Folge | Figur | Kontext | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Staffel 2, Folge 6 „The Old Gods and the New” | Jaqen H’ghar | Er übergibt Arya die Eisenmünze und lehrt sie den Satz. | Einführung als Passwort und Ritual. |
| Staffel 2, Folge 6 „The Old Gods and the New” | Arya Stark | Sie tötet den Torwächter am Seitentor von Harrenhal. | Verbindung des Satzes mit eigenem Handeln. |
| Staffel 3, Folge 1 „Valar Dohaeris” | Missandei | Antwort auf Daenerys’ Warnung in Astapor. | Akzeptanz der eigenen Sterblichkeit. |
| Staffel 3, Folge 1 „Valar Dohaeris” | Daenerys Targaryen | Erwiderung: alle sterben, hoffentlich nicht bald. | Politischer Brückenschlag zur neuen Verbündeten. |
| Staffel 4, Folge 7 „Mockingbird” | Oberyn Martell | Er erwähnt den Satz gegenüber Tyrion als alte valyrische Redewendung. | Hinweis auf die kulturelle Reichweite. |
| Staffel 5, Folge 2 „The House of Black and White” | Arya Stark | Sie betritt das Haus der Faceless Men in Braavos. | Beginn der Ausbildung. |
| Staffel 5, Folge 8 „Hardhome” | Arya Stark | Sie steht vor der Entscheidung, Rache an Meryn Trant zu nehmen. | Konflikt zwischen Rache und neuer Identität. |
| Staffel 6, Folge 2 „Home” | Arya Stark | Sie benutzt die Eisenmünze, um Hilfe zu holen. | Aktivierung des alten Bündnisses. |
| Staffel 8, Folge 3 „The Long Night” | Arya Stark | Sie spricht den Satz im Stillen, bevor sie sich auf die Schlacht vorbereitet. | Rückgriff auf ihr persönliches Ritual. |
Die Übersicht verdeutlicht, dass der Satz Aryas Weg vom Kind zur ausgebildeten Kämpferin begleitet. Er ist kein einmaliger Schlüsselwort, sondern ein wiederkehrendes Motiv.
Wer verwendet den Satz in der Serie?
Vier Figurengruppen tauchen in der Serie immer wieder im Zusammenhang mit dem Ausspruch auf. Sie unterscheiden sich in Motivation, Hintergrund und Beziehung zu Arya.
| Figur oder Gruppe | Beziehung zu Arya | Funktion des Satzes |
|---|---|---|
| Jaqen H’ghar / Faceless Men | Lehrer, später Auftraggeber | Passwort, Ritual, Erkennungszeichen. |
| Missandei | Verbündete von Daenerys | Kulturelle Floskel, Zustimmung zur gemeinsamen Gefahr. |
| Oberyn Martell | Indirekter Verbündeter | Kommentar über die Sterblichkeit der Mächtigen. |
| Arya Stark | Hauptfigur | Tägliches Ritual, Codename, stilles Gebet. |
Valar morghulis im Alltag der Fans
Außerhalb der Serie taucht der Satz in mehreren Kontexten auf. In Cosplay-Kreisen gehört er zum Standardrepertoire von Arya-Verkleidungen, oft in Kombination mit einer Nachbildung der Eisenmünze und einem kleinen Dolch. In Tattoo-Studios wird er vergleichsweise häufig gestochen, meist in einer schlichten Typeface-Variante, oft in Kombination mit der Übersetzung oder mit dem Gegenstück Valar dohaeris. Wer ein solches Tattoo in Betracht zieht, sollte allerdings bedenken, dass der Satz in der Welt der Serie eine sehr konkrete Bedeutung hat: Er steht für Akzeptanz der eigenen Sterblichkeit, nicht für ein romantisiertes Todesbild.
In Online-Diskussionen wird der Satz häufig in zwei Richtungen gedeutet:
- Als nihilistisches Motto, das die Auslöschung feiert. Diese Lesart übersieht, dass die Figuren den Satz selten triumphierend, sondern eher nüchtern verwenden.
- Als stoische Erinnerung daran, dass alle gleich sind. Diese Lesart passt besser zur Inszenierung der Serie und zur Rolle der Faceless Men.
Wer sich näher mit der hochvalyrischen Sprache beschäftigen möchte, kann zusätzlich die offizielle Erläuterung des Begriffs im Wiki der Reihe lesen, das unter anderem Verbformen, Aussprache und Herkunft dokumentiert. Ergänzend lohnt sich der Blick auf weitere Hintergrundtexte, etwa zu Fallout Staffel 2, in dem ähnliche Motive wie Vergänglichkeit und Neuanfang in einer anderen Erzählwelt verhandelt werden.
Häufige Verwechslungen und Missverständnisse
Rund um den Satz haben sich in Foren und Suchanfragen mehrere Deutungen gehalten, die nicht zur Serienkanon passen. Drei davon fallen besonders auf:
- Valar morghulis sei ein echter historischer Spruch. Er ist eine fiktive Konstruktion von David J. Peterson, der für die Serie und die Bücher eine eigene Hochvalyrische Sprache entwickelt hat. Eine reale mittelalterliche oder antike Vorlage gibt es nicht.
- Valar morghulis sei eine direkte Drohung. In den Dialogen verwenden die Figuren den Satz fast immer als allgemeine Feststellung. Eine Ausnahme bildet die Szene, in der Arya einem Sterbenden zuflüstert, doch selbst dort wirkt der Satz mehr wie ein stilles Siegel als wie eine offene Drohung.
- Valar morghulis sei der Name einer Gottheit. Die Figur, die in der Welt der Faceless Men angebetet wird, ist der Vielgesichtige Gott. Valar morghulis ist eine Geste, mit der Gläubige ihre Hingabe ausdrücken, nicht der Name dieser Gottheit.
Wer diese Punkte beachtet, kann den Satz besser einordnen, ohne ihn in eine christlich-eschatologische oder nihilistische Richtung zu dehnen, die in der Serie selbst keine Stütze hat.
Wie der Satz in andere Serien und Spiele ausstrahlt
Der Erfolg von Game of Thrones hat dazu geführt, dass hochvalyrische Sätze auch in anderen Medien aufgegriffen werden. In Strategiespielen, in denen Häuser aus Westeros vorkommen, tauchen sie als Anführerzitate auf. In Fantasy-Romanen, die nach 2011 erschienen sind, lassen sich einzelne Autoren von der Konstruktion einer eigenen Ritualsprache inspirieren, ohne Valar morghulis direkt zu übernehmen. Auch in Cosplay-Wettbewerben und in Synchronstudios ist der Satz ein verlässlicher Stimmungsindikator, der auf das Figurenverständnis der Sprecherinnen und Sprecher hinweist.
Innerhalb der Fantasy- und Serienwelt lässt sich der Satz gut mit zwei anderen Erzählungen vergleichen, in denen ähnliche Themen verhandelt werden. Zum einen die Serie Yellowstone Staffel 6, in der das Verhältnis zwischen Macht, Familie und Vergänglichkeit eine zentrale Rolle spielt. Zum anderen Spielfilme, in denen der Verlust von Kontrolle über das eigene Schicksal ähnlich verhandelt wird wie bei Arya in Harrenhal. Diese Querverbindungen zeigen, dass das hochvalyrische Ritual in der Populärkultur inzwischen als eigenständiges Motiv gilt, das in anderen Kontexten wieder aufgegriffen wird.
Praktische Hinweise für Serien-Neulinge
Wer Game of Thrones zum ersten Mal schaut, kann den Satz leicht überhören, weil er in der Originalfassung sehr leise gesprochen wird. Drei Tipps helfen beim Einstieg:
- Untertitel einschalten. In der deutschen Synchronfassung wird die Übersetzung oft als Floskel beibehalten, in der Originalfassung mit englischem Untertitel ist die Bedeutung direkter zu erfassen.
- Auf die Szenen mit Jaqen H’ghar in Staffel 2 achten. Hier fällt der Begriff zum ersten Mal, und die Erklärung erfolgt direkt im Dialog.
- Staffel 3, Folge 1 als Ganzes schauen. Die Folge trägt den Titel „Valar Dohaeris” und ist komplett auf den hochvalyrischen Sprachraum zugeschnitten.
Bezug zu anderen Figuren und Handlungssträngen
Wer den Satz in einen größeren Zusammenhang stellt, sieht, dass er in der Serie nicht zufällig fällt. Er markiert Knotenpunkte, an denen sich Aryas Weg von dem anderer Figuren abspaltet. In Harrenhal ist es die Trennung von Jaqen, in Astapor die erste Begegnung zwischen Daenerys und Missandei, in Braavos der Eintritt ins Haus der Faceless Men. In jeder dieser Szenen geht es um die Frage, wie jemand mit dem Wissen um die eigene Sterblichkeit handelt.
Zwei Punkte sind in der Inszenierung besonders wichtig. Erstens: Der Satz wird nie in Massenszenen verwendet, sondern immer in ruhigen, intimen Momenten. Zweitens: Die Antwort Valar dohaeris kommt in der Serie auffallend selten vor, obwohl sie der natürliche Gegenpart wäre. Diese Knappheit verstärkt den Eindruck, dass Valar morghulis in der Serie weniger ein Gesprächsbeitrag als ein stilles Bekenntnis ist.
FAQ: Häufige Fragen zu Valar morghulis
Was bedeutet Valar morghulis auf Deutsch?
Die wörtliche Übersetzung lautet „alle Menschen müssen sterben”. Der Satz ist eine hochvalyrische Redewendung, die in Essos und in Teilen von Westeros als Ausdruck der gemeinsamen Sterblichkeit verwendet wird.
Ist Valar morghulis ein echtes Zitat aus einer anderen Sprache?
Nein. Der Satz wurde für die Serie und die Bücher von George R. R. Martin von dem Sprachwissenschaftler David J. Peterson neu konstruiert. Es gibt keine reale historische Vorlage, auch wenn die Wortwahl an bekannte indogermanische Strukturen erinnert.
Was ist die Antwort auf Valar morghulis?
Die traditionelle Antwort lautet Valar dohaeris, übersetzt „alle Menschen müssen dienen”. In der Stadt Braavos ist dieses Wechselspiel fest etabliert, und die Faceless Men nutzen es als Erkennungszeichen.
Wer hat den Satz in der Serie zuerst benutzt?
Der erste Auftritt in der Serie erfolgt in Staffel 2, als Jaqen H’ghar Arya Stark in Harrenhal die Worte beibringt und ihr die Eisenmünze übergibt.
Welche Rolle spielt die Eisenmünze?
Die kleine Eisenmünze ist der Schlüssel zur Bruderschaft der Faceless Men. Wer sie in Braavos einem Mann zeigt und die Worte spricht, erhält nach den Regeln der Bruderschaft Zugang zu einem ihrer Attentäter.
Gibt es den Satz auch in den Büchern?
Ja. George R. R. Martin verwendet Valar morghulis und Valar dohaeris in „A Song of Ice and Fire” mehrfach, vor allem in den Arya-Perspektiven und in den Szenen rund um Daenerys in Astapor. In den Büchern ist die tägliche Namensliste Aryas stärker ausgearbeitet als in der Serie.
Welche Folge trägt den Titel Valar Dohaeris?
Staffel 3, Folge 1 trägt den Titel „Valar Dohaeris”. In dieser Folge begegnet Missandei Daenerys in Astapor und antwortet auf die Warnung vor der Reise mit dem hochvalyrischen Satz.
Ist Valar morghulis ein religiöser Spruch?
In der Welt der Faceless Men hat der Satz eine religiöse Komponente, weil er an den Kult um den Vielgesichtigen Gott geknüpft ist. Außerhalb dieses Kults wird er jedoch auch ohne religiösen Hintergrund als philosophische Redewendung benutzt.
Kann man den Satz in einem Tattoo verwenden?
Wer sich für ein Tattoo mit dem Satz interessiert, sollte sich bewusst sein, dass er in der Serie eine sehr konkrete Bedeutung hat. Eine bewusste Entscheidung für die Originalform „Valar morghulis” wirkt authentischer als eine ausgeschriebene Phrase in einer anderen Sprache.
Welche Rolle spielt der Satz in Staffel 8?
In der Schlacht von Winterfell in Staffel 8, Folge 3, greift Arya den Satz im Stillen auf, bevor sie sich auf den Kampf vorbereitet. Es ist einer der letzten Auftritte und unterstreicht, wie sehr der Ausspruch Teil ihrer persönlichen Identität geworden ist.
Worauf beim erneuten Schauen achten
Wer die Serie ein zweites Mal schaut, kann den Satz als roten Faden nutzen. Drei Hinweise erleichtern das erneute Sehen:
- Bei jedem Auftritt auf den Sprecher achten. Wer den Satz benutzt, gehört entweder zu den Faceless Men, zu Aryas engstem Kreis oder steht in einer ernsten, oft letzten Begegnung.
- Auf die Reaktion der Umgebung achten. In Braavos wird der Satz anders aufgenommen als in King’s Landing, weil er dort Teil der Alltagskultur ist.
- Die Untertitel beobachten. In der deutschen Synchronfassung wird der Satz oft beibehalten, in der englischen Originalfassung mit Übersetzung versehen – ein nützlicher Hinweis, wenn die Bedeutung im Dialog nicht sofort klar wird.
Wer diese Hinweise kombiniert, erkennt, wie präzise die Serie den Satz einsetzt. Valar morghulis ist kein Zierrat, sondern ein prägnantes Mittel, um Figuren, Orte und Themen miteinander zu verknüpfen.


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